Von Cossiniacum, Chüssenach und Küssnach zu Küssnacht

Die Dörfer Küssnacht, Immensee und Merlischachen werden im Heimatmuseum von ihrer Frühgeschichte bis hin zur heutigen Zeit dargestellt. Die Siedlung des römischen Gutsherrn Cossinius hiess Cossiniacum, die eingewanderten Alemannen sagten Chüssenach, später hiess es Küssnach und seit etwa 1500 Küssnacht. Erstmals taucht der Name in der Schrift auf ums Jahr 870. 1424 wurde die Landschaft Küssnacht durch den Landrechtsbrief endgültig ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht.

Goethe besuchte auf seinen Schweizerreisen 1775 und 1797 Küssnacht, der Dichter Ludwig Uhland ("Ich hatt' einen Kameraden") kehrte auf seiner Hochzeitsreise 1820 hier ein, der bayerische König Ludwig II. 1865 und der portugiesische König Dom Luiz 1878. Am 28. August 1935 starb am Gestade des Sees infolge eines Autounfalls die belgische Königin Astrid.

Der Hauptplatz und der Seeplatz mit Pfarrkirche (1708, erweitert 1963), Rathaus (1728), Pfarrhaus (1927) sind ein Musterbeispiel guter architektonischer Gestaltung und Bewahrung.

Küssnacht: Zollstätte und Goethe
Der Name Küssnacht, zurückzuführen auf die Siedlung des römischen Gutsherrn Cossinius, taucht erstmals ums Jahr 830 auf. Da vermachte der Adlige Recho seinen Besitz dem Kloster St. Leodegar in Luzern. Der Einfluss von Luzern nahm ab, als die Schwyzer sich hier festsetzten und noch vor dem Sempacherkrieg eine Zollstätte errichteten.
1424 wurde Küssnacht ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht. 1833 und 1847 führten parteipolitische Kämpfe zu kurzzeitigen Besetzungen durch Schwyzer- und Tagsatzungstruppen. Küssnacht galt seit jeher als berühmte Reisedestination.

Immensee: Fischer und Mission
Der Name ist auf den Ritter Immo von Buonas zurückzuführen, der hier am Zugersee das Fischereirecht besass. Als wichtiger Durchfahrtsort war Immensee massgebend von der Verkehrsentwicklung betroffen. Das erste Dampfschiff auf dem Zugersee verkehrte 1852, 30 Jahre später wurde die Gotthardverbindung zur Aargauer Südbahn in der Station Immensee verwirklicht. 1937 konnte die Hohle Gasse, durch die bis anhin der Verkehr rollte, mit einer Umfahrungsstrasse entlastet werden. Berühmt sind auch das Missionshaus Bethlehem und das Gymnasium Immensee, die 1896 durch den savoyischen Priester Barral gegründet wurden. 1984 konnte das Jubiläum «700 Jahre Dorf Immensee» gefeiert werden.

Merlischachen: Ritter und Goldsgulden
Das idyllische Gelände am Vierwaldstättersee wird erstmals 1168 erwähnt, als der Ritter Hermanno de Merlascachen in einer Schenkungsurkunde als Zeuge auftritt. Die Wiesen, Wälder und Rebberge sowie die Fischereirechte gehörten den Klöstern Luzern und Engelberg. Mit der Ausweitung der Eidgenossenschaft griffen die Schwyzer zu: Sie kauften 1440 für 60 rheinische Goldsgulden die Herrschaftsrechte und vereinigten Merlischachen mit Küssnacht. Um 1450 stiftete der reiche Hans Schnider die erste Kapelle, 1792 wurde die Kaplanei gegründet.