Sonderausstellung Korporationen Bezirk Küssnacht

Acht Korporationen zählt der Bezirk. Ihnen und ihrer Geschichte hatte der Immenseer Lokalhistoriker Peter Trutmann eine Sonderausstellung gewidmet.


Küssnachts acht Korporationen blicken auf eine reichhaltige, jahrhundertelange Geschichte zurück. Abgesehen von der Korporation des hinteren, unverteilten Dorfbannwaldes ist unklar, wann genau sie gegründet wurden. Jedenfalls dienten sie zur gemeinsamen Nutzung der Allmenden und Wälder des Bezirks. Klar ist derweil, welche Geschlechter ihnen angehört hatten, welche hinzukamen und wer heute noch dazu gehört. Seit 1988 sind auch Frauen als Genossinnen zugelassen.
In der Saison 2016 widmete der Immenseer Lokalhistoriker Peter Trutmann den Küssnachter Korporationen eine Sonderausstellung im Heimatmuseum. Schautafeln im Eingangsbereich des Museums im Unterdorf informierten über die acht Körperschaften. In Vitrinen stellten die einzelnen Korporationen manche ihrer alten Schriftstücke aus. «Ich staunte, was für wertvolle Dokumente da zum Vorschein kamen», offenbarte Trutmann den gegen 80 Besuchern der Vernissage.

Statuten, Urkunden und Karten
Eine der Perlen, welche die Korporationen den Ausstellungsbesuchern bot, war eine grosse Karte. Sie zeigte den einstigen Besitz der Korporation Dorfallmeind. Die Korporation Berg und Seeboden präsentierte derweil unter anderem das Reglement der Seebodenstrasse von 1914. Diesem entnahm man unter anderem, dass Fuhrwerke nur an den Ausweichstellen kreuzen durften und sich die Fuhrleute vorher durch Zeichen gegenseitig zu verständigen hatten.
Während die Korporation Berg und Seeboden der Aufteilung der Allmenden zur napoleonischen Zeit entging und heute noch über einen grossen Grundbesitz verfügt, besitzen die anderen Korporationen kaum noch Grundstücke oder Immobilien. Die Korporationen Haltikon, Dorfallmeind und Oberimmensee haben noch Kapellen in ihrem Besitz, derweil der Korporation des hinteren und unverteilten Bannwalds noch Wald gehört. «Man darf aber sagen, dass sich alle Korporationen nach wie vor stark für das Gemeinwohl einsetzen», sagte Peter Trutmann.