Urzeit: Zeugen einer reichen und vielgestaltigen Vergangenheit

Hier geht es im Heimatmuseum um die Geschichte jener grauen Urzeit, aus der uns kein geschriebenes Wort mehr erreicht. Die Menschen haben uns Spuren hinterlassen, die als Bodenfunde in unsere Hände gelangten. Es sind Zeugen einer reichen und vielgestaltigen Vergangenheit.

Heute leben wir im Zeitalter des Computers. Die Errungenschaften der Technik sind uns selbstverständlich geworden. Deshalb ist es gut, einen Blick in jene Zeiten zurückzuwerfen, in denen menschlicher Erfindungsgeist in mühevoller Arbeit die ersten Grundlagen zu unserer materiellen Kultur geschaffen hat.

Faustbeile und Feuersteinmesser gehören zu den ältesten Geräten, die von Menschenhand hergestellt worden sind. Es waren grosse, schwere Mehrzweckgeräte. Die Menschen, die sie aus Feuersteinknollen herausschlugen, gehören noch zu der Gruppe des Homo erectus («der aufgerichtete Mensch»; die erste menschliche Art, die das Feuer benutzte; die erste, die das Jagen als ein wesentliches Element zur Sicherung ihrer Nahrungsversorgung einsetzte, und die erste, die wie ein moderner Mensch laufen konnte).

Feuersteinbeil
Eine ganze besondere kulturelle und technologische Stellung nimmt das Silexbeil (Feuersteinbeil) von der Hohlen Gasse bei Küssnacht ein, das ein Prunkstück des Heimatmuseums darstellt. Es ist nicht durch Schliff, sondern durch Schlag aus einem rundlichen Silexknollen zugerichtet worden und zeigt eindrücklich, wie souverän gewisse jungsteinzeitliche Handwerker diese schwierige Technik noch beherrschten. Silexbeil: Fundort Hohle Gasse 4000 bis 2000 vor Christus, Eigentum des Heimatmuseums Küssnacht.

Steinbeile
Die Steinbeile waren nicht nur wichtige, sondern auch recht kostbare Werkzeuge, denn es brauchte viel Zeit, um sie herzustellen. Man musste zuerst einen geeigneten harten Stein suchen, ihn entweder zuerst auf die richtige Grösse sägen oder ihn direkt mit einem runden Schlagstein zurechtklopfen. Schliesslich konnte man ihn auf einem Sandsteinblock schleifen.