Sonderausstellung Küssnacht und das Kloster Engelberg.

Sonderausstellung Küssnacht und das Kloster Engelberg

Rund 200 Jahre lang stellte das Kloster Engelberg Mönche als Pfarrer in Küssnacht zur Verfügung. Aus Anlass des Jubiläums 900 Jahre Klostergründung zeigt das Heimatmuseum Küssnacht in einer Sonderausstellung die gegenseitigen Beziehungen.

Die Geschichte der Küssnachter mit dem Kloster war ein spannendes Auf und Ab: Seit 1351 hatten die Küssnachter zum Teil gelehrte Mönche aus Engelberg als Pfarrer, die segensreich wirkten. Anderseits wollten die Küssnachter immer wieder, dass sie den Pfarrer selber bestimmen konnten, und sie hatten häufig lieber einen Weltgeistlichen als einen Mönch. 1377 wurden die Küssnachter vom zuständigen Bischof von Konstanz sogar exkommuniziert, weil sie den Pfarrer aus Engelberg partout nicht akzeptieren wollten. Der Papst in Rom musste sogar eingreifen – zuungunsten der Pfarrei.

Die Seuche schont den Pfarrer
Als 1548 eine Pestwelle alle Mönche im Kloster Engelberg dahinraffte, überlebte allein der Mönch, der Pfarrer in Küssnacht war. Er wurde dann gleich zum Abt gewählt. Ein paar Jahre später war Engelberg einverstanden, dass die Küssnachter künftig ihren Pfarrer selbst wählen durften.

Küssnachter/innen in Engelberg
Die gegenseitigen Beziehungen waren lange Zeit auch sehr fruchtbar: Zwei Küssnachterinnen amteten nacheinander im 15. Jh. im Frauenkonvent in Engelberg als Oberinnen, nachdem das Kloster abgebrannt war. Sie sorgten für den Wiederaufbau. Und nach dem Klosterbrand von 1729 konnten die Küssnachter Handwerker in Engelberg bauen und liefern: Prächtige Kachelöfen des Küssnachter Meisters Hansjörg Diener stehen heute noch im Kloster.