Sonderausstellung Korporationen Bezirk Küssnacht

Küssnachts acht Korporationen blicken auf eine reichhaltige, jahrhundertelange Geschichte zurück. Abgesehen von der Korporation des hinteren, unverteilten Dorfbannwaldes ist unklar, wann genau sie gegründet wurden.

Jedenfalls dienten sie zur gemeinsamen Nutzung der Allmenden und Wälder des Bezirks. Klar ist derweil, welche Geschlechter ihnen angehört hatten, welche hinzukamen und wer heute noch dazu gehört. Seit 1988 sind auch Frauen als Genossinnen zugelassen.

Der Immenseer Lokalhistoriker Peter Trutmann widmet den Küssnachter Korporationen eine Sonderausstellung im Heimatmuseum. Schautafeln im Eingangsbereich des Museums im Unterdorf informieren über die acht Körperschaften. In Vitrinen stellen die einzelnen Korporationen manche ihrer alten Schriftstücke aus. «Ich staunte, was für wertvolle Dokumente da zum Vorschein kamen», offenbarte Trutmann den gegen 80 Besuchern der Vernissage.

Statuten, Urkunden und Karten
Eine der Perlen, welche die Korporationen den Ausstellungsbesuchern bietet, ist eine grosse Karte. Sie zeigt den einstigen Besitz der Korporation Dorfallmeind. Die Korporation Berg und Seeboden präsentiert derweil unter anderem das Reglement der Seebodenstrasse von 1914. Diesem entnimmt man, dass Fuhrwerke nur an den Ausweichstellen kreuzen durften und sich die Fuhrleute vorher durch Zeichen gegenseitig zu verständigen hatten.
Während die Korporation Berg und Seeboden der Aufteilung der Allmenden zur napoleonischen Zeit entging und heute noch über einen grossen Grundbesitz verfügt, besitzen die anderen Korporationen kaum noch Grundstücke oder Immobilien. Die Korporationen Haltikon, Dorfallmeind und Oberimmensee haben noch Kapellen in ihrem Besitz, derweil der Korporation des hinteren und unverteilten Bannwalds noch Wald gehört. «Man darf aber sagen, dass sich alle Korporationen nach wie vor stark für das Gemeinwohl einsetzen», sagte Peter Trutmann.